Apr. 10
14
Gestern abend war Sportlerehrung der Stadt München im Großen Saal des alten Rathauses. Die besten Jugendsportler Münchens, 500 an der Zahl, waren geladen. 26 davon erhielten die Sportplakette der Stadt München für die besten Leistungen. Darunter auch Sammy Adolph, Luisa „Lulu“ Deubzer und meine Tochter Sarah. Lulu und Sarah wurden geehrt für ihre Siege bei der deutschen Jugendbouldermeisterschaft 2009 und Sammy bekam eine besondere Auszeichnung für seinen Erfolg bei der deutschen Vorstiegsmeisterschaft 2009 (2. Platz) sowie insbesondere für seine Bronzemedaille bei der Jugend-WM 2009.
War ein cooles Date…-> Photogalerie von Deti…
Apr. 10
13
Jeder Kletterer hat nach einer gewissen Zeit ein Leistungsplateau, ab dem sich die Steigerung nur mehr langsam vollzieht. Bei vielen Kletterern die nicht im frühen Kindesalter mit Leistungsklettern starten, liegt dieses Plateau bei ca. 8- bis 9-. Bei Spitzenathleten liegt dieses Plateau bisweilen erst im 10. Grad. Ab dann helfen auch ein paar Tricks und Tips nicht mehr viel weiter. Spätestens dann wird i.d.R. systematisch, konsequent und meist mit fachlicher Unterstützung trainiert (oder Job und Familie hinten an gestellt). Dann heißt es Ackern mit Blut, Schweiß und Tränen. Rotpunktbegehungen benötigen dann nicht mehr zwei oder drei Versuche sondern 10 oder 20. Adam Ondra machte diese Erfahrung erst im phantastischen Grad 9b (12-). Kein Wunder: er hat schon als kleines Kletterkind, von der körperlichen Anpassung und seinem Talent abgesehen, umfangreiche Variationen im Klettersport erfahren. Nach 29 Versuchen in „Golpe de Estado“ sprach er von „mentaler Tortur“. Auch bei ihm könnte nun das Leistungsplateau erstmals in Sicht und eine weitere Steigerung nur mit Blut, Schweiß und Tränen zu erreichen sein…
Apr. 10
13
Klettern ist ein sog. Spielsport oder Individualsport. So sind auf den Siegerpodesten bei Wettkämpfen oft Kletterer mit völlig unterschiedlichen Stilformen versammelt (wenn dem nicht so ist, hat oft der Schrauber zu einseitig geschraubt). Ein „’spontanexplosiver“ Christian Benk, ein „Präzisionstechniker“ wie Markus Hoppe, „Oldschoolbeißer“ wie Christian Bindhammer, ein ‚“Intuitionsstratege“ wie Jonas Baumann, „Gummistromer“ wie Stefan Danker, „intelligente Kämpfer“ wie Jan Hoyer oder „Grenzgänger“ wie Shorty Tauporn (mag sich jeder seine eigenen Begriffe für diese Klettertypen ausdenken) haben alle sehr unterschiedliche Stilformen und wechseln sich in den vordersten Reihen der bundesdeutschen Wettkampfscene über Jahre munter ab.
Wer berhauptet der eine hätte einen besseren Stil als der andere der ist m.A. vermessen. Jeder Stil hat seine Vor- und seine Nachteile und die Stile sind bisweilen auch nur schwer gegeneinander abzugrenzen. Unbestritten ist: im Wettkampfklettern hat man dauerhaft Erfolg, wenn man „breit aufgestellt ist“, sich also mit vielen unterschiedlichen Anforderungen zurecht findet. Dieser Variationsbedarf sollte auch das Training bestimmen und gilt auch für das Felsklettern, wenn man nicht nur auf Schmalspur (z.B. nur eine bevorzugte Gelände- und Griffform) am Fels unterwegs sein will. Nur Bouldern oder nur Vorsteigen ist sicherlich von Nachteil. Die Variation sollte in jedem konditionellen Bereich (Technik, Taktik, Kraft, Mental) mit an erster Stelle stehen. Viele Profis konfrontieren sich im Training ganz bewußt mit Unbekanntem was z.B. Halle, Gebiet, Griffesets, Schrauber, Kraftübungen, Bewegungsabläufe, Kletterkumpels, Trainings-/Pausenzeiten/-orte betrifft. Alles Eingefahrene und immer Gleiche ist der Verbesserung abträglich. Klettern unterscheidet sich diesbezüglich fundamental von vielen anderen Sportarten (z.B. Diskuswurf) bei denen es um die Perfektion eines fast immer gleichen Ablaufes geht. Wenn man jedoch im Klettern viele Aspekte gleichzeitig trainiert, dann heißt das, daß man sich i.d.R. nicht schnell steigern kann (von einer gewissen Steigerung in der Anfangszeit abgesehen) und viele die sich ungewöhnlich schnell steigern, „fahren auf der Schmalspur“.
Apr. 10
13
Apr. 10
11
Der Tip stammt (soweit ich ihn zurückverfolgen konnte) von Andi Hofmann und Peter Naumann. Ich war 1985 einmal mit Wolfgang Güllich (und Stefan Ringmann) klettern. Was mir eindrücklich im Gedächtnis geblieben ist: WoGüs komplett geräuschloser Kletterstil (und sein Wüten als er wegen einem winzigen Fehler aus einem Altmühltal-9er im On Sight wegrutschte). Dieser Tip ist eine der sogenannten „Zauberformeln“. Versuche absolut geräuschlos zu klettern, was die Kontaktstellen deines Körpers mit der zu bekletternden Fläche betrifft. Das ist am Anfang (ein paar Wochen lang) recht anstrengend (insbes. in Dynos ist das auch nicht immer möglich). Du wirst über deine Fortschritte staunen, denn du schlägst mit diesem Stilelement eine ganze Masse an Herausforderungen zugleich: Präzision, Bewegungsplanung, Ausdauer, Körperspannung, kraftschlüssiges Greifen, Konzentration, KSP-Verlagerung etc. Am Besten übt sich das in der Halle, denn die Wände schwingen immer etwas und geben Rückmeldung. Indiz: kennst du einen 9er Kletterer, der an der Wand herumrumpelt wie die meisten 6er und 7er Kletterer? Später solltest du versuchen dieses Stilelement in deine Geschwindigkeitsplanung zu integrieren. Christian Bindhammer hat für die 15 schweren Züge der Action Direct incl. Clippen 70 Sekunden gebraucht. Lautlos (außer Stöhnen und Schreien) war er dabei trotzdem.
Apr. 10
8
Ostern 2010 in FontainebleauEs war nass, aber es hat trotzdem Spaß gemacht, Climbingsessions in Bleau…
Wir waren Ostereiersuchen im berühmtesten Wald der Kletterwelt: dem Wald von Fontainebleau bei Paris, kurz: „Bleau“. Der ist durchsetzt von tausenden und abertausenden riesigen „Felseiern“ (Boulderblöcke) auf denen es sich wunderbar herumkraxeln läßt. Keine Frage, daß auch die Osterhasen in Bleau klettern können, auf jedem besseren Block war ein Ei o.ä. versteckt. Manchmal auch auf einem danebenstehenden Baum 🙂 .
Eine Besonderheit der „bleauschen Probleme“ ist der relativ flache und zugleich grifflose Ausstieg oben auf den Blöcken. Nicht selten ist man eigentlich schon auf dem Block oben angekommen, schafft es jedoch nicht sich aufzurichten und liegt, unfähig sich zu bewegen, wie ein „beached whale“ auf dem Block. Um nicht rückwärts wieder herunterzurutschen gilt es in die Trickkiste zu greifen. Der Mantle ist sicher eine der elegantesten, technischen Lösungen um aus dieser Bredouille zu entrinnen, zumal wenn man noch profimäßig mit einem Toehook zusätzlich hebelt. Schafft man es den Mantle und das nachfolgende Aufrichten in einer einzigen, flüssigen Bewegung zu bewältigen, hat man sich die Bewunderung des gewöhnlich überall in Bleau lauernden Publikums gesichert.
Etwas uneleganter ist dagegen die sogenannte Lösung „a la Robbe“. Wenn der Sturz ins Leere droht und alle sonstigen Tricks versagen, dann versucht man sich nach Art der „Robbe an Land“ zu retten. Wenn man dabei vor Anstrengung noch brüllt wie ein Waalroß, hat man gute Chancen, die verlorene Anerkennung der Zuschauer zurückzugewinnen.
Dramatisch wird der „Beached Whale“, wenn man auf Grund der augenscheinlich absurden Situation zur sogenannten „lachenden Robbe“ mutiert, denn Lachen heißt massiver ‚Spannungsverlust“ und Spannung ist notwendig um die typische Robbenbewegung effektiv auszuführen und damit dem drohenden „Abgrund“ zu entkommen. Muß man lachen, rutscht man in der Folge meist langsam rückwärts (mit jedem Lacher ein kleines Stückchen), wodurch aus Spaß wieder Ernst wird, denn das Lachen vergeht einem mit jedem Zentimeter in die falsche Richtung. Ist einem das Lachen vergangen, kann man meist wieder robben und muß… , unterstützt vom johlenden (und fotografierenden) Publikum, natürlich wieder lachen, woraufhin das Spiel von vorne beginnt. Das kann so lange weitergehen bis der Kletterer
Silja hat insgesamt zwei weiße Kinderparcour, fast alle On Sight, sowie einige kurzzugige, gelbe Boulder weggedrückt. Insgesamt hat sie etwa 100 Blöcke in zwei Tagen bestiegen. Klar waren die Ostereier eine Motivation, ihr größter Ansporn war es jedoch wirklich alle Boulder eines Parcours zu schaffen, was ihr spielend gelang. Steffi hat einige rote Probleme (TD) relativ schnell bewältigt und ich habe mir auf Grund des schlechten Wetters eine gute Auszeit gegönnt, will heißen:
Eine super Wall in Beauvais-East (südseitig mit rotem Dreieck), die ich nicht identifizieren konnte. Komplexe Bewegungen haben mich zu ca. 10 Versuchen provoziert – sehr viel für mich – normalerweise bin ich auf schnelle Begehungen aus. Es war der schönste von vielleicht zwei Dutzend bewältigten Bouldern in Bleau (der Rest in Rot), habs auf 8a.nu bei 7a+ eingescored. Dann bin ich während drei Stunden am Elephant doch noch zum Klettern gekommen: „Barre Fixe Direct“ SS mit Jump 7b+ probiert, ungewöhnliches Problem für Bleau, 20 Grad, mit tiefen Löchern, Start eigentlich Füsse nur auf Druck an die glatte Wand, links an einem 1,5 Fg- Einfingerloch, durchblocken über Kreuz und in ein mageres aber scharfes Dreifingerloch mit rechts hacken, dann kommen gewöhnlich kurz die Füsse, über Schulter links abfangen, mittels Spreizen trittlos stabil werden, dann mit links in ein seitliches Quetschloch die Hand reinpopeln, eindrehen über rechts, und dann Explodieren und einen Griff mit rechts anspringen, der Rest ist vergl. simpel. Die Züge sind recht schmerzhaft für mich, deshalb habe ich nur einen ernsthaften Versuch gemacht (war einen Tick zu hart für mein Gestänge, konnte nicht mehr richtig in den Jump explodieren). „Lepreux Direct“ 7a hatte ich fast in der Tasche (kann als Lulatsch an dem Untergriff komplett hochblocken), als mir der Background in den Rücken gefallen ist (schreiendes Baby, nervige Mitaspiranten, es war furchtbar voll am Elephant). Bei der phantastischen Traverse „Envie d‘ air“ 7b+, die ich letztes Jahr am Tag vor meiner Schulterluxation fast geschafft hatte, war es zwar gewohnt ruhig, aber die Luft war dann schon draußen, die Sonne stand recht tief. Auch hier nur ein kurzer Check. Nach einem einzigen Tag mit der Family am Fels, kam ich knapp so weit wie im letzten Jahr, am weiten Spanner vor dem Abschlußdyno habe ich das Handtuch geworfen. Zum „Ausklettern“ hab ich dann noch die 6c daneben RP im ersten Versuch gemacht (beim On Sight ist mir der rechte Fuß weggeschmiert, direkt im Anschluß hats geklappt). Mehr lief für mich nicht in Bleau. Regen, Slacklinen, Family, Chillen im Kaffeehaus, es waren auch ohne Klettern wunderschöne Tage!
Apr. 10
6
Puh, nach gefühlten 100 Stunden Arbeit ist das Werk endlich vollbracht und CLIMBINGSESSIONS geht offiziell ins Netz! Vielen Dank an Dietrich von Comdog GmbH der das möglich gemacht hat!