Die Welle an jungen Spitzenkletterern, die sich in den letzten Jahren bei den Regionalwettkämpfen aufgebaut hat, brandet jetzt „mit voller Wucht“ in die Landeswettkämpfe. Am Wochenende starteten über 120 jugendliche Wettkampfkletterer in der neue DAV-Kletterhalle in Regensburg. Ich moderierte zusammen mit einem Regensburger Kollegen die Veranstaltung und bin begeistert vom Elan der gewieften Nachwuchskletterer.
Bericht auf der Homepage von München & Oberland…
Juli 10
13
Weitere Infos zum Domprojekt. Das Topo ist nur vorläufig, außer den ersten 4 Seillängen wurde bisher keine SL gepunktet. In der 9. SL wurde eine Stelle bisher noch nicht frei geklettert. Die 10. SL ist noch nicht eingerichtet.
Juli 10
12
Robert Mairitsch hat sich am 8.7., dem 4. Tag in unserem Projekt, auf dem gegenüberliegenden Berggeistturm „herumgetrieben“. Von dort hat er ein paar eindrucksvolle Photos geschossen. Wir befinden uns am Beginn der 9., der sogenannten X-Seillänge. Hier bilden zwei krumme Risse ein großes X (das man von der Hütte aus gut erkennen kann) in einer kompakten, senkrechten Platte. Michi Hoffmann klettert am Beginn des linken der beiden Risse (im Profil dieser Aufnahme nicht zu sehen). Im Moment der Aufnahme läßt er gerade die Bohrmaschine ab, nachdem er einen Durchschlaganker gesetzt hat. Ich bin am Stand darunter an meiner orangen Hose zu erkennen, Kurz vor dem Zusammentreffen der beiden Risse befindet sich die einzige Stelle, die wir bewegungstechnisch noch nicht auflösen konnten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Seillänge noch schwerer ist, als die davor liegende sog. „Säbelzahnseillänge“ mit dem Sprung.
Juli 10
11
Zwei Bilder und ihre Geschichte:
Photo Nr. 1:
Die Aufnahme hat Michi Hoffmann, ohne dessen profundes Wissen & Können dieses Projekt nie umgesetzt worden wäre, gemacht. Es entstand Mitte dieser Woche, am dritten Tag in unserem aktuellen Projekt. Ich stehe überstreckt auf einem abschüssigen Absatz in der 8. Seillänge. Im Moment der Aufnahme bohre ich über Kopf den Haken für den „Sprung“ ein, während ich mich mit meinem im Riß verklemmten linken Fuß sowie einem ebendort verklemmten Cam an die Wand ziehe. Der Haken ist notwendig um eine der schwersten Stellen des Projektes abzusichern. Die Wand ist tatsächlich leicht abdrängend und bietet nur ganz spärlich „Griffe“ mit weiten Abständen. Um diese Stelle in freier Klettererei zu überwinden, muß man (nach dem Clippen des besagten Hakens) mit der rechten Hand ein „Untergriffnichts“ anblocken. Dann gilt es ein fünf Millimeter tiefes, abschüssigen Einfingerloch mit der linken Hand über Kopf zu fixieren. Das gelingt mir nur für wenige Sekundenbruchteile, deshalb werfe ich im Herauskippen meinen linken Fuß in ein relativ gutes Loch auf Hüfthöhe und springe unter Schwungmitnahme mit der linken Hand voraus in einen nach links offenen, abschüssigen Henkel. Den drohenden Pendler gilt es mit vollem Pressdruck über den linken Fuß abzuhalten, sonst wird man aus dem abschüssigen Henkel geschleudert. Kurzum ein Boulder, den man in Bleau aber nicht am Dom im Oberreintal vermuten würde. Ausgenommen die erste, ganz leichte Brandler-Zustiegsseillänge bietet das Projekt durchwegs Traumfels vom Allerfeinsten. Wenn die 9. und/oder 10. Seillängen nicht noch schwerer sind, wird die Route voraussichtlich im 9. Grad einchecken.
Photo Nr. 2:
Auch dieses Photo hat Michi Hoffmann in unserem Domprojekt geschossen. Ich hänge im Toprope und bringe gerade mittels Hebelgesetz Bewegung in ein Felsmonster. Die 3. Zustiegsseilänge wartet mit einem herrlichen klassischen Spreizkamin auf. Für „alte Knochen“ wie uns ein Hochgenuß, da kommen Erinnerungen an die ersten alpinen Meter vor einigen Jahrzehnten auf. Einziger Wehrmutstropfen ist besagtes Monster: eine zwei Meter hohe ca. 5 Zentner schwere Schuppe die mitten in dem Kamin dräut. Nur ihr Fußpunkt ist (besser: war) hinten mit dem Fels verwachsen. Noch dazu verführt der Satansbraten zum Festhalten an seiner oberen Kante. Gut, dass der Wagenheber inzwischen zur alpinen Standardausrüstung gehört. Das Teil einfach zwischen das Monster und den gewachsenen Fels gesteckt, und dann heißt es Kurbeln, bis die Schuppe kracht. Das Monster hat unheimlich laut protestiert, als es die Domrinne abging, eine kleine Staubwolke stieg auf und stank teuflisch nach Schwefel, Hugo Chavez hätte seine Freude gehabt. Wir haben uns auch gefreut, denn wir wollen unsere Routen korrekt übergeben …

Wellen der Begeisterung im Finale, trotz besch....... Wetter, im Hintergrund jumpt Constantin Wagner ab
Viel Arbeit bringt viel Erfolg: 370 Teilnehmer bei der 8. Münchener Stadtmeisterschaft, ein neuer Rekord. Als Hauptorganisator der 8. Münchener Stadtmeisterschaft und des Oberlandcups 2010 bin ich mit dem Ergebnis voll zufrieden.
Einige Kletterbegeisterte hatten sogar ihre Vuvuzelas mitgebracht: Vuvuzela-Fans
Ausführlicher Bericht mit Ergebnissen…
Film zur Stadtmeisterschaft/Oberlandcup 2010…
Anläßlich der Münchener Stadtmeisterschaft hat Deti Fliegl ein Interview mit Hansjörg Auer gemacht. Darin äußert sich der sympathische Tiroler zum Soloklettern, gibt Anfängertips und erzählt aus seiner Kletterkarriere…
Juni 10
13
11.06.2010 – Stadtmeisterschaft: bereits 200 Voranmeldungen
Während ganz Europa sich dem Fussballwahn unterworfen hat, leistet eine kleine, kämpferische Klettergemeinde nördlich der Alpen erbitterten Widerstand und veranstaltet zum 8. Mal die Münchner Stadtmeisterschaft im Klettern. Über 200 Kletterbegeisterte aus ganz Süddeutschland haben sich bereits unter www.oberlandcup.de angemeldet.
Juni 10
6
Zu Pfingsten stand wieder einmal ein Stelldichein in der Tarnschlucht an. Ein gutes Dutzend Kletterer von Jung bis Alt hatten aus diesem Anlaß auf dem Camping „La Blaquière“ in mitten der wildromantischen, südfranzösischen Tarnschlucht zeitweise eine Münchener Kletterenklave gebildet: Steffi, Silja, Michi, Alex, Andi, Irmi, Ronja und Freund, Elisabeth, Reini, Fletsch, Verena, Marietta, Peter, Roland und meine Wenigkeit stürmten bei insgesamt gutem Wetter widerholt das einmalige Tarngestein. Klettern in der Tarn heißt i.d.R. lange, gut überhängende Ausdauerrouten geprägt von ähnlichen Löchern wie im nördl. Frankenjura. Die Felsschmankerl werden in einem einmaligen Ambiente präsentiert. Imposanten Felstürme, das natürliche-unberührte Flußbett der Tarn, viel Grün, viel Getier (Geier, Adler, Schlangen, Füchse, Käuzchen, Mauersegler, Smaragdeidechsen etc…) bilden einen herrlichen Gegenpol zum öden Stadtleben.
„Klettermäßig“ lief bei mir einiges. Die erste Woche nutzte ich zur „Akklimatisation“: ein schneller, rel. lockerer Rotpunktgo in der athletischen Abracadabac (7c, 1. Versuch) an meinem Lieblingsfelsen Le Trône schon am dritten Tag machte mich happy. Die „Abra“ ist charakterlich ähnlich wie die Peur Bleue (7c+) links daneben, nur mit einer leichteren Einzelstelle. In der Peur Bleue hatte ich im vergangenen Jahr erst bei kühlem Wetter eine Chance. Das Wintertraining schlug dieses Jahr voll an, ich hatte mich in den letzten zwei Jahren mit einigen Verletzungen herumgeplagt, seit über einem Jahr war ich verletzungsfrei. Dann lockte mich die Théorème de Thalès (7c), ein Klassiker am Zèbre. Vor dem Ausbouldern hatte ich ein wenig Muffensausen vor dem über 15 m ausladenden Dach. Beim Durchbouldern war es dann nicht halb so schlimm. Eigentlich schlängelt sich die „Théorème“ immer am schwächsten Punkt durch den Überhang und ist gar nicht soo geneigt, wie sie aussieht. Der 6 m-Runout am Schluß beeindruckte mich jedoch schon beträchtlich. Michi boulderte dann auch noch mal durch und berichtete mir von einem guten Untergriff und einem Toehook an den beiden Schlüsselstellen. Dieses Infos stärkten meine Zuversicht und so konnte ich die Théorème bereits im 1. Versuch knacken.
Michi hatte mir von seinem „Großen Sprung“ (18 m!) im Grand Sot (7c) am Planète Causse berichtet. Ganz oben kommen zwei Megarunouts im Bereich 6b+ zu dem anhaltend schweren Gelände davor (u.a. eine ca. 6c fb – Einzelstelle). Ich wollte dank Michis guten Infos einen Flash wagen, gab alles und donnerte im ersten Runout nach dem 6. Bolt aus der Wand. Eine kleine Ungenauigkeit hatte mich den Sieg gekostet, vielleicht auch mein Respekt vor Michis „großem Sprung“. Die Exen blieben erst mal im Sot hängen, aber ich war mir recht sicher das Teil im 1. Versuch RP abzocken zu können.
Es wurde kälter und regnerisch, genau die richtigen Bedingungen um sich im Little Big Boss (8a) am Grand Toit umzuschauen. Im ersten Versuch Toprope kam ich eigentlich ziemlich lässig bis in die kleingriffige Schlüsselpassage im hinteren Drittel hinein. Angekündigtes Warmwetter ließ uns den Little Big Boss jedoch wieder verwerfen, nächstes Jahr steht er auf der Tagesordnung ganz oben!
Dann ging es an eine alte Furchtnummer von mir, Les Nouvelles Plantations du Christ (7c+), kurz „Plantations„, am phantastischen Tennessee-Sektor. Wer in die Tarnschlucht geht, sollte unbedingt an diesem Sektor was machen (vorausgesetzt man ist bei mindestens 7b gut dabei). Vor drei Jahren war ich mal probeweise in die „Plantations“ gestartet um zu testen, wie sich kleine „Drecksgriffe“ anfühlen. Ich kam gerade mal in die schwere Einzelstelle im unteren Teil, war danach fix und fertig. Ganz anders dieses Mal: Schon im 1. Versuch kam ich bis an den letzten schlechten Griff am Beginn des oberen Drittels. Im zweiten Versuch, halfen mir zwei entscheidende Tips von Michi, um das „Gerät auf Anschlag zu bügeln“. Fast wär ich beim Clippen des Umlenkers noch weggekippt. Dennoch: Michi hat nach meinem Erfolg noch einen vielversprechenden Schüttler im oberen Teil entdeckt und die letzten Passagen hatte ich eigentlich gar nicht richtig vorbereitet. Mit etwas mehr Strategie könnte ich nächstes Jahr mal in die Verlängerung der „Plantations“ schnuppern – zähe 10 m im Bereich 7b werten die „Plantations“ zur 8a auf.
Schon war der letzte Tag gekommen: nun mußten noch die Exen aus dem Grand Sot geholt werden. Noch mal kurz durchgebouldert, die Sonne schickte sich gerade an, mein letztes Vorhaben an der Tarn zu durchkreuzen, und so kletterte ich unter leicht erschwerten Bedingungen (Blendung) zum Abschluß noch den Grand Sot im 1. Versuch RP. Wie ich finde eine anspruchsvolle Route, gilt es doch ca. 65 Züge abzuspulen und die passenden Positionen/Tritte anzusteuern. Alles in Allem (viele leichtere Genußtouren wurden ebenfalls „verkostet“) war die Tarn aus der Kletterersicht auch dieses Jahr wieder eine voller Erfolg.
A propos „Verkosten“: Mit die schönsten Stunden ergaben sich aus der allabendlichen Geselligkeit bei bestem südfranzösischem Roten, untermalt durch ein paar Käuzchenschreie und die bauchmuskelstrapazierenden Strophen von Andi. Getopt wurde das Ganze lediglich durch diverse Ausflüge mit den Kids, die nicht nur am Fels sondern auch in Höhlen, unter Geiern, auf Eseln, in Bächen und Flüssen etc. pp. unterwegs waren. Tarn, wir kommen wieder!
Mai 10
16
Die 1. Gilchinger Meisterschaft wurde am 15. Mai erfolgreich absolviert. Die Teilnehmerzahl war auf 120 limitiert, es hätten auch locker 200 werden können, denn die Teilnehmerplätze waren schon Wochen vorher ausgebucht. Vorrangig Locals der Gilchinger Halle waren anwesend. So wurde es eine familiäre Veranstaltung mit viel Freude am Klettern, zum Glück regnete es nicht, allerdings war es eisig kalt…
Von Deti Fliegl und Katrin Schöttle geschossene Bilder gibts hier.
Mai 10
4
Nick Stands Photogalerie zum 2. CLIMB FREE 2010…