Mai 12
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Leistungsfördersystem bei den DAV-Sektionen München & Oberland
Nach dem Trainingslager in Bleau war ich gleich drei Mal in Sachen Bundeslehrteam Sportklettern des DAV unterwegs: Mitte April leitete ich zusammen mit Christoph Gotschke eine Fortbildung zum Thema „Wartung (und Inspektion) von Kletteranlagen“. Ein paar Tage später fand das Jahrestreffen des „Bundeslehrteam“ in Regensburg statt. An insgesamt drei Tagen wurden diverse Themen wie Sicherungsgeräte, Klettertechnik, Klettern mit Kindern, etc.pp. angeregt diskutiert, Beschlüsse gefällt und Zukunftsperspektiven ausgelotet. An einem Nachmittag gings auch mal kurz an den „Schild“ im Laabertal. Dort spulte ich bei herrlichem Frühlingswetter zusammen mit Roland Kraska (Sportuni Köln), Korbinian Rieser (Bergführer Berchtesgaden) und Sonja Schade (Extremalpinistin, ehem. Wettkampfklettererin) ein paar OldSchool-Routen a la Platte. Einen Tag später war ich in Gilching zur Fortbildung für die Trainer der Klettertrainings des Kletterteams München & Oberland im Einsatz. Zusammen mit Isabella Bärmoser leitete ich diese zwei tägige Veranstaltung. Hier stand vor allem die Praxis im Trainingsalltag und die Trainingsplanung mit Kindern und Jugendlichen im Fordergrund. Direkt im Anschluß, hieß es ohne Pause die Vorbereitungen zur 3. Gilchinger Meisterschaft als Hauptorganisator weiter voranzutreiben. Dazu mehr im nächsten Beitrag…

Nils in Cuvier Rempart
In den letzten Wochen war ich viel unterwegs: zuerst 10 Tage mit dem Wettkampfkader 3 und Einzelnen aus „meinem“ Sichtungskader in Bleau. Dazu kommt noch ein Film raus. Das für mich persönlich berichtenswerteste Erlebnis aus Bleau war Folgendes. Bas Cuvier am Abend, die Bande hat sich ausgetobt, ich habe ausser Marie Rose zum Aufwärmen noch nichts gemacht. Am Helicoptère-Platz wogt eine bunte Mischung von vielen Dutzend Boulderern aus allen Herren Ländern. Anfeuerung und Action wie auf einem original Weltcup – um nicht zu sagen eine einmalige Stimmung. Alle paar Minuten fällt einer der weltberühmten Boulder in der Bas Cuvier-Arena: Corto Maltese, Chacuterie, Helicoptere, Bucherie usw.. Ich probiere nur so mal an einem 7C rechts vom Hubschrauber mit ein paar Spaniern herum. Nach zwei Versuchen bin ich schon in der Mitte, aber meine Leute werden bald aufbrechen. Die 7C dauert noch länger, ich bin mir nicht sicher ob ich überhaupt eine Chance habe in der aufkommenden Dämmerung. Was gibts noch? Zwischen Helicoptère und der 7C gibts noch so was mit Einstiegshüpfer an eine scharfe Leiste, dort bouldert auch niemand, kein Warten zwischendurch, also mal versuchen? Campusartig über der ersten Leiste noch eine Leiste, schlecht zu sehen, rechts daneben ein kleiner Sloaperpatscher und darüber so eine Monsterwarze, die vermutlich als pressiger Sloaper durchgeht. Erster Hüpfer: die Finger meiner rechten Hand und die Leiste trennen sich wie zwei Mülltüten von der Rolle, aua das tut weh. Noch mal ein Hüpfer, selbes Ergebnis, noch ein dritter Hüpfer wieder ohne irgendeine Verbesserung, meine Schmerztoleranz wird arg geprüft. Eigentlich ist es kein Hüpfer sondern ein recht komplexer Dyno, wenn man keine einarmigen Klimmzüge an den Fingerspitzen kann. Vielleicht geht noch ein vierter Sprung? Aber dann ist die Haut weg und das Blut kommt aus den Fingerspitzen und ich kann nach Hause gehen.Vierter Versuch: ich kann die messerscharfe Leiste zu meiner Überraschung halten, ich kann sie sogar mit einem kleinen Schmerzensknurrer durchstellen, eigentlich müßt ich jetzt die Füsse wieder an die Wand bringen, aber meine Haut rollt und bevor es mir die rechten Fingerkuppen aufschneidet, nehm ich den Pendelschwung einfach mit zum nächsten Leisterl mit links, tut genauso weh, ich schreie kurz und fixiere, patsche immer noch frei hängend zum Sloaper rechts, ein Fuß irgendwo hin und in die Monsterwarze seitlich reindynamisiert, werde angefeuert, Druck auf den Fuß, presse was geht, noch kurz geblockt und habe den Ausstiegshenkel. Boah, das war von Anfang bis zum Schluß immer kurz vor dem Abgehen…Glück muss man haben. Komme runter, der eine Spanier gratuliert. Ich frage ihn, wie denn dieser Boulder heißt. Er meint: „Carnage“ (Blutbad). Ich bin ungläubig, ich habe gerade mal 10 Minuten an dem Problem verbracht, das kann nie und nimmer DIE Carnage sein, “ no es possible!“ meine ich. Der Spanier fummelt seinen Führer raus, „si, si – es el „Carnage!“. Ich kanns immer noch nicht glauben. Am Abend wälze ich meine gesammelten Führerwerke durch: es ist DIE Carnage. Hätte ich das vorher gewußt, ich hätte auf die Schnelle keinen Versuch gewagt…
Video der „Carnage“ auf You Tube
März 12
30
März 12
30

Fortbildung Wettkampfklettern mit Kindern und Jugendlichen in Darmstadt
Die letzten zwei Monate war viel Arbeit angesagt. Anfang Februar Fortbildung Boulderprobleme und Lösungen in Bielefeld mit Sonja Schade. Mitte Februar Fortbildung Workshop Trainingspläne in Rieden/Füssen mit Tillmann Hepp. Dann Ende Februar der Wettkampfmarathon CLIMB FREE, direkt im Anschluss Lehrgang 1 Trainer C Wettkampf mit Stevie Hilgers in Darmstadt. Dann Fortbildung Wettkampfklettern mit Kindern und Jugendlichen wieder in Darmstadt mit Farid Touchi. Eine Woche später Schiedsrichtertagung noch mal in Darmstadt und von dort direkt nach Frankenthal bzw. Kaiserslautern zu einem weiteren Lehrgang 1 Trainer C Wettkampf mit Guido Köstermeyer. A propos Kaiserslautern: dort hat die Lau-Family (incl. Luke Grady) eine phantastische Boulderhalle eröffnet. Die Boulderhallen, die derzeit überall wie die Pilze aus dem Boden schießen, zeigen an, wohin der Trend geht: Bouldern um besser zu klettern – heute spielt ja auch niemand mehr Tennis auf dem Rasen (außer in Wimbledon). Unter diesem Motto, habe ich Ende März noch an zwei Tagen den neuen Boulderparcour im Heavens Gate mit Marcel und Timo kreiert. Puh, die Osterferien können kommen. Und danach gehts weiter mit viel Arbeit: Ende April startet die zweite Etappe des Oberlandcup 2012 mit der 3. Gilchinger Meisterschaft.

5 x Wettkampfkader, v.l.n.r.: Marco, Bini, Thomas, Spiri, Phillip; Photo: Nick Stand
4. CLIMB FREE 2012, drei Tage Kletterwettkämpfe ohne Pause, das ist kein Pappenstil, wie die Norddeutschen zu pflegen sagen. Dennoch: es waren nicht nur drei anstrengende sondern auch drei spannende und für mich als Hauptorganisator und Moderator bisweilen sogar unterhaltsame Tage. Bayerische Bouldermeister bei den Erwachsenen wurden eigentlich erwartungsgemäß (wieder einmal) Stefan Danker und Moni Retschy. Ein detaillierter Bericht (incl. Ergebnisse Oberlandcup), den ich geschrieben habe, wurde auf der München & Oberland – Homepage eingestellt. Die Ergebnisse der bayerischen Jugend- und Erwachsenenbouldermeisterschaften gibts hier. Deti hat eine Menge Filmmaterial zusammengestellt. Dazu trug sein Livestream bei, der in Ausschnitten auf Youtube zu sehen ist. Der qualitativ sehr hochwertige Livestream wurde übrigens sogar in Nepal von einigen „Interessierten“ mit Herzblut verfolgt, wie ich kürzlich erfahren habe :). Fast die ganze Familie war im Einsatz: meine Frau machte im Oberlandcup Platz 2 bei den Damen, Silja kam mit Platz 7 bei den Kindern als Zweitjüngste fast ins Finale und Sarah, die mit ihrer Schulklasse am nächsten Tag nach Berlin fuhr und deswegen nicht teilnehmen konnte, war Schiedsrichterin auf dem Oberlandcup. Auch die Kids „meines“ Wettkampfkaders, den ich zusammen mit Moni Retschy und Fabian Werner leite, kletterten fantastisch auf. Romy machte auf ihrem ersten offiziellen Landeswettkampf Platz 1 in der Jugend C. Alle Jungs aus dem WK 3 kamen ins Finale (s. Photo, Marco ist aus dem WK 2)
Feb. 12
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Bertram Schmidt auf dem CLIMB FREE 2011; Photo: Nick Stand
Nur noch wenige Tage bis zum 4. CLIMB FREE auf der Erlebnismesse F.re.e. Dieses Mal werden gleich drei große Wettkämpfe über die Bühne gehen. Als Hauptorganisator bin ich wieder voll im Einsatz. Auf der München & Oberland-Page habe ich eine letzte Ankündigung veröffentlicht. Insbesondere bei den Damen sind noch ein paar Plätze frei. Alle drei Wettkämpfe können übrigens im Livestream verfolgt werden.
Feb. 12
15

Monika Retschy topt Boulder Nr. 2 im ISPO-Finale; Photo: Marco Kost/DAV
Der ISPO Bouldercup läutete die diesjährige Wettkampfsaison ein. Da die anderen Teilnehmer im Schnitt nur halb so alt sind wie ich (der nächst jüngere ist 12 Jahre nach mir geboren), bin ich auf meinen 29. Platz (75 männliche Starter) schon etwas stolz. Eigentlich gibt es dafür keinen Grund, denn Wettkampfergebnisse sind von vielerlei unbeeinflußbaren Faktoren abhängig. z.B. der Morphologie. Auf meine Größe (ich bin nur 10 cm über dem Schnitt der jungen Männer) wurde nicht viel Rücksicht genommen. Drei der vier Qualiboulder waren mit „Killeraufrichtern“ gewürzt. Einen davon konnte ich überlisten.
Bericht aus Sicht der DAV-Sektionen München & Oberland…

therapeutische Kletteranlage für Lungenkranke
Inzwischen wurde die neu erstelle Kletteranlage für Lungenkranke an der Uni München offiziell eröffnet. Finanziert wurde die Anlage von der Stadtsparkasse München. Die Erweiterung des sporttherapeutischen Angebotes der Lungenabteilung wirdvon den Patienten sehr gut angenommen. Wieder einmal spielt der hohe Aufforderungscharakter des Kletterns in der Sporttherapie eine wichtige Rolle. Die Sporttherapeuten haben von mir zusätzlich einen Crashkurs „Betreuung und Nutzung“ mit Fokus auf ihre Patienten erhalten. Übrigens: es wurden mittlerweile noch eine Reihe sehr großer Tritte eingebaut.
Jan. 12
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Der US-amerikanische Kongress versucht im Moment ein Zensurgesetz (SOPA/PIPA) zu verabschieden. Die freie Internetgemeinde läuft dagegen Sturm. Ich habe mich dem Protest angeschlossen und meine Eingangseite etwas angepasst. Zensur heißt immer Spaltung. Diejenigen, die zensieren sichern sich ihr Wissen gegenüber denjenigen, die an diesem Wissen nicht teilhaben dürfen, was mit demokratischen Grundsätzen unvereinbar ist. Das gilt es zu verhindern: Wer will kann die Petitionsliste des sozialen Netzwerkes avaaz unterzeichnen.
Jan. 12
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Slacken auf dem Campground in Bleau
Wir hatten den ganzen Tag in Franchard Sablons gebouldert und entsprechend dünn war meine Haut. Der (letztlich fehlgeschlagene) On Sight entpuppte sich wegen der teils rauhen Griffe als schmerzhafte Angelegenheit. So brauchte ich mehrere Versuche um die slopy Traverse „Gros Tambour“ 6C+ erfolgreich abzuschließen. Bleau 2011/04 Part IV