{"id":5268,"date":"2020-11-23T05:14:53","date_gmt":"2020-11-23T04:14:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.climbingsessions.com\/?p=5268"},"modified":"2020-12-04T18:31:27","modified_gmt":"2020-12-04T17:31:27","slug":"carpe-diem","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.climbingsessions.com\/?p=5268","title":{"rendered":"Carpe Diem"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5271\" style=\"width: 527px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5271\" class=\"size-large wp-image-5271\" src=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/nils-krettenburg-black-power-768x1024.jpg\" alt=\"Der Sektor Parterre bietet mit den sch\u00f6nsten Fels der gesamten Krettenburg. Nils klettert Pilastro; Foto: Jo Stark\" width=\"517\" height=\"689\" srcset=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/nils-krettenburg-black-power-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/nils-krettenburg-black-power-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/nils-krettenburg-black-power.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 517px) 100vw, 517px\" \/><p id=\"caption-attachment-5271\" class=\"wp-caption-text\">Der Sektor Pilastro bietet mit den sch\u00f6nsten Fels der gesamten Krettenburg. Er reicht von &#8222;Black Power&#8220; bis &#8222;Bergzeit Daheim&#8220;.\u00a0 Nils klettert die gleichnamige Route &#8222;Pilastro&#8220; (7c); Foto: Jo Stark<\/p><\/div>\n<p>Die &#8222;frische&#8220; Jahreszeit ist angebrochen. Die Hallen sind wegen der Pandemie aktuell wieder geschlossen, so steht zwangsl\u00e4ufig &#8222;Fels&#8220; auf der Agenda kletternder Menschen. Die herbstlichen Farben, der weite Blick und die Stille der Natur sind um diese Jahreszeit besonders eindrucksvoll. Auch wenn es bisweilen recht zapfig ist, so gilt gerade im Sp\u00e4therbst das Motto: Carpe Diem (Lat.: Nutze den Tag), denn gerade jetzt besteht die beste Gelegenheit, sich bei Sonnenschein an Microgriffchen hochzuzerren (Erkl\u00e4rung f\u00fcr &#8222;Uneingeweihte&#8220;: je w\u00e4rmer &#8211; sprich: sonniger &#8211; desto rutschiger die Griffe, das gilt nat\u00fcrlich besonders bei kleinen Griffen).<\/p>\n<div id=\"attachment_5276\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5276\" class=\"wp-image-5276 size-full\" src=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/obere-firstalm.jpg\" alt=\"Blick von der oberen Firstalm hin\u00fcber zum J\u00e4gerkamp\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/obere-firstalm.jpg 500w, http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/obere-firstalm-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><p id=\"caption-attachment-5276\" class=\"wp-caption-text\">Blick von der oberen Firstalm hin\u00fcber zum J\u00e4gerkamp; Foto: Steffi Schabert<\/p><\/div>\n<p>Vor zwei Wochen hatte mir meine j\u00fcngste Tochter ihr Projekt an der Krettenburg \u00fcbergegeben. Die Krettenburg im nahen Spitzingseegebiet hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer, hervorragender Routen in fast allen Schwierigkeitsgraden dazugewonnen. Bereits w\u00e4hrend des ersten Lockdown in 2020 hatte ich eine <a href=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/?p=4832\" target=\"_blank\">Neutour an der Krettenburg<\/a> (Pilastro\/7c) erschlossen. das Projekt meiner Tochter befindet sich nur 50 m rechts neben der Pilastro und versprach \u00e4hnlich schwer zu werden. Auf einen harter Einstiegsboulder an scharfen Leistchen folgt ein schr\u00e4ger Riss einer bereits existierenden Route (Quo Vadis\/7a), der zu einem sehr guten Sch\u00fcttelpunkt f\u00fchrt (die Quo Vadis zweigt hier rechts ab). Vom Sch\u00fcttelpunkt geht es \u00fcber eine abdr\u00e4ngende Stelle an scharfen Microleistchen (Crux) straight up und mittels eines kleinen Dyno an einen fetten Henkel. Die plattigen Restmeter klettern sich leicht und sind identisch mit der Quo Vadis.<\/p>\n<div id=\"attachment_5278\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5278\" class=\"wp-image-5278 size-full\" src=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/sp\u00e4therbst-an-der-krettenbu.jpg\" alt=\"Sp\u00e4therbst an der Krettenburg\" width=\"500\" height=\"667\" srcset=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/sp\u00e4therbst-an-der-krettenbu.jpg 500w, http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/sp\u00e4therbst-an-der-krettenbu-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><p id=\"caption-attachment-5278\" class=\"wp-caption-text\">Sp\u00e4therbst an der Krettenburg; Foto: Steffi Schabert<\/p><\/div>\n<p>Bereits vor drei Wochen startete ich einige vergebliche Versuche in dem Projekt. Selbst nach Sonnenuntergang war die Wand noch zu warm um die kleinen, bissigen Leistchen zu halten.\u00a0 Gestern versuchte ich es erneut. Obwohl bereits eine geschlossene Schneeschicht am Wandfuss lag, war es in der Sonne immer noch recht warm. W\u00e4hrend ich die Sch\u00fcsselstelle erneut ausboulderte, wollte mir das Halten der Griffchen immer noch nicht gelingen, auch beim Start aus dem H\u00e4ngen hatte ich keine Chance, zu schmierig. Mehrmals rutschte ich ab, bei mir kam Frust auf. Als jedoch am Nachmittag die Sonne hinter dem nahen Bergr\u00fccken verschwunden war, traf \u00fcberraschend <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kairos\" target=\"_blank\">Kairos, der Gott der guten Gelegenheit,<\/a> an der auf 1500 m \u00fcNN gelegenen Krettenburg ein. Er brachte klamme K\u00e4lte mit sich, die die Temperaturen fast schlagartig Richtung Null Grad fallen lie\u00df.<\/p>\n<div id=\"attachment_5280\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5280\" class=\"wp-image-5280 size-full\" src=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/carpe-diem-einstieg.jpg\" alt=\"Am Einstieg der Carpe Diem (7c)\" width=\"500\" height=\"667\" srcset=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/carpe-diem-einstieg.jpg 500w, http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/carpe-diem-einstieg-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><p id=\"caption-attachment-5280\" class=\"wp-caption-text\">Am Einstieg der Carpe Diem (7b+); Foto: Steffi Schabert<\/p><\/div>\n<p>Ich beschloss diese Gelegenheit des Kairos am Schopf zu packen, besser ausgedr\u00fcckt: ich packte die Einstieggriffe und startete los. Im Einstiegsboulder riss es mir die rechte Hand aus einem Leistchen und ich st\u00fcrzte &#8211; aua, das kostete Haut. Ob ich die Route heute noch klettern kann? Zweifelhaft, aber wenn dann sollte ich es jetzt noch einmal versuchen, denn in 10 Minuten wird es sicherlich so kalt geworden sein, dass mir die Finger hoffnungslos einfrieren werden! Ich startete ein zweites Mal, jetzt mit einer Einstellung von &#8222;Alles oder Nichts&#8220;. Der Einstiegsboulder gelang und ich fand mich schweratmend an der Sch\u00fcttelstelle ein. W\u00e4hrend ich versuchte etwas zu entspannen und die Finger wieder aufzuw\u00e4rmen, ging ich im Kopf noch einmal jedes Bewegungsdetail der n\u00e4chsten 4 m durch. Dann griff ich mit vollem Elan an und boulderte in die Crux hinein.<\/p>\n<div id=\"attachment_5298\" style=\"width: 527px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5298\" class=\"size-large wp-image-5298\" src=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Krettenburg-markus-stadler-1024x683.jpg\" alt=\"Die Krettenburg liegt direkt \u00fcber den Almen der Firstalm; Foto: Markus Stadler\" width=\"517\" height=\"345\" srcset=\"http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Krettenburg-markus-stadler-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Krettenburg-markus-stadler-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Krettenburg-markus-stadler-768x512.jpg 768w, http:\/\/www.climbingsessions.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Krettenburg-markus-stadler.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 517px) 100vw, 517px\" \/><p id=\"caption-attachment-5298\" class=\"wp-caption-text\">Die Krettenburg liegt direkt \u00fcber den Wiesen der Firstalm; Foto: Markus Stadler<\/p><\/div>\n<p>Zu meiner \u00dcberraschung konnte ich die fiesen Beisser besser fixieren als jemals zuvor und mit einem Schrei der eine Mischung aus Entschlossenheit und \u00dcberraschung wiederspiegelte, schnappte ich in den rettenden Henkel. Die letzten 8 Meter hinaufget\u00e4nzelt und das Projekt war kein Projekt mehr. Es war geschafft, ich hatte den Tag genutzt! Mit einem Gef\u00fchl gro\u00dfer Zufriedenheit, verlie\u00df ich die Krettenburg und ihre herrliche, sp\u00e4therbstliche Gebirgsumgebung. In Anlehnung an die besondere Atmosph\u00e4re, die ich genie\u00dfen durfte und die aussergew\u00f6hnlich passenden Bedingungen, die meinen Erfolg m\u00f6glich machten, taufte ich das Kind auf den Namen &#8222;Carpe Diem&#8220; (Nutze den Tag\/7b+).<\/p>\n<p>Anmerkung:\u201eMarkus Stadler ist fleissig dabei den F\u00fchrer \u201e<a href=\"ttps:\/\/www.stadler-markus.de\/bergliteratur\/buch\/bayerische-alpen-band-3-kletterfuehrer-bayrischzell-bis-benediktbeuern.html\" target=\"_blank\">Bayer. Alpen 3 &#8211; von Bayerischzell bis Benediktbeuren<\/a>\u201c, in dem auch die <a href=\"https:\/\/www.stadler-markus.de\/klettern\/krettenburg-klettergebiet-am-spitzingsee.html\" target=\"_blank\">Krettenburg<\/a> enthalten ist, zu aktualisieren \u2013 soll 2021 erscheinen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;frische&#8220; Jahreszeit ist angebrochen. Die Hallen sind wegen der Pandemie aktuell wieder geschlossen, so steht zwangsl\u00e4ufig &#8222;Fels&#8220; auf der Agenda kletternder Menschen. Die herbstlichen Farben, der weite Blick und die Stille der Natur sind um diese Jahreszeit besonders eindrucksvoll. 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